Schaller "Moulinex" Röhrencombo

Schaller 'Moulinex' KV 50 H

Ich habe den Verstärker bei meinem Vater im Keller gefunden. Der stand da so als Ablage rum und schien kaputt zu sein. Da habe ich für ca. 70 Pf eine neue Sicherung eingesetzt und das Ding lief!!!

Nach ein wenig rumprobieren habe ich herausgefunden, daß die Kiste ziemlich gut klingt, wenn man sie voll aufdreht. Ich konnte da mit einer Fender Strat Töne rausholen, die mich irgendwie an die alten AC/DC Aufnahmen erinnerten (auch wenn das mit DER Gitarre eigentlich gar nicht geht - für mich klang es aber so!).

Die Kiste ist etwa von Mitte der 70er Jahre, wahrscheinlich 1976, genau weiß ich es leider nicht. Aufgrund der "50" in der Typenbezeichnung (KV 50 H) und der Tatsache, daß zwei EL34 Endstufenröhren eingebaut sind, schloß ich, daß es sich um eine 50W Version handelt. Inzwischen weiß ich auch, daß das stimmt.

Bei meiner Inbesitznahme des Gerätes waren zwei Goodman Lautsprecher eingebaut. Die wurden wohl auch gelegentlich vom Werk eingebaut, aber ich glaube, daß die in diesem Fall nachgerüstet wurden. Leider habe ich die beiden Goodmans ziemlich schnell kaputt gekriegt (wie gesagt, am besten klingt er VOLL AUFGEDREHT). Sie wurden durch zwei Celestions ersetzt, die auf jeden Fall mit der Leistung der Endstufe klarkommen. Zu guter Letzt habe ich noch ein Schild "Moulinex" angebracht, was ich ungeheuer witzig finde (haha, ich lach mich tot!)...

Alle Bilder zum großklicken!

(Ich möchte mich mal wieder für die schlechte Bildqualität einiger Fotos entschuldigen. Sie wurden alle mit einer extrem billigen Digitalkamera gemacht.)


Ansichten:

  • von vorne (das Moulinex-Schild wurde nachträglich angebracht :-)
  • von hinten (mehr siehe unten)
  • Typenschild mit Aufschrift: Schaller KV 50 H, Nr. 401049
    Wenn mir jemand das genaue Baujahr sagen könnte, würde ich mich sehr freuen!
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    Die Steuerkonsole:
    alle Beschriftungen auf deutsch (!), drei Eingänge: Gitarre, Bass und Mikro. Der Mikro-Eingang eignet sich wunderbar als Overdrive Kanal für Gitarre, da das Signal vorverstärkt wird. Die Vorstufe ist übrigens mit Transistoren (Germanium) bestückt.
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    Die Steuerkonsole von innen betrachtet:
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    Extern angebrachter Federhall in der Kiste:
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    Der eigentliche Verstärker:
    ist sauschwer und mit einer Valvo ECF83 (Phasenumkehr) und zwei Siemens EL34 Leistungsröhren (Endstufe) bestückt.
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    Und hier das gute Stück von unten:
    in diesem Ding kann man die Schaltung noch mit bloßem Auge erkennen. Da würde ich noch nicht mal von Platine reden.

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    Zu guter Letzt ein Bild der Rückansicht ohne Verblendung:

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    Oben die Steuerkonsole mit dem Kasten für den Federhall.

    Unten die Verstärkereinheit mit den Röhren, Lautsprecherausgängen und Stromversorgung, über zwei dicke Kabel mit der Steuerkonsole verbunden.

    Dazwischen waren zwei britische Goodman Lautsprecher eingebaut. Da ich die leider durchgebraten habe, wurden sie durch zwei Celestion V12-80 "Silver Series" (80W, 16 Ohm) ersetzt. Diese klingen deutlich wärmer als die Goodmans, sind aber leider auch deutlich schwerer. Damit kommt die Kiste auf ein stattliches Gesamtgewicht von etwa 45kg.

    An der rechten Seite sieht man den "Power-Killer" von Conrad Electronic. Ein Gerät, das die Lautstärke reduziert, damit der volle Röhrensound bei humaner Lautstärke erreicht werden kann. Ich habe das Teil aber inzwischen wieder ausgebaut, weil er erstens Höhen klaut und weil ich außerdem Bedenken hatte, daß die Endstufe oder die alten Röhren darunter leiden, wenn er immer voll belastet wird. Man muß ja auch nicht immer ganz aufdrehen, dieser Verstärker klingt ausnahmsweise auch auf Zimmerlautstärke ganz gut (bloß etwas dumpf).

    Links ist noch ein dreipoliger Anschluß für einen Fußschalter, mit dem man Hall/Tremolo zuschalten kann. Ich habe aber noch nicht wirklich ausprobiert, ob das funktioniert.

    Insgesamt kann man sagen, das Ding ist ein richtig guter Rock'n'Roll Amp!
    Die Klangregelung läßt etwas zu wünschen übrig (klingt alles etwas dumpf, was wohl nach Expertenmeinung an den Germanium-Transistoren in der Vorstufe liegt), aber so schlimm ist auch nicht. Klingt halt "vintage". Man kann ja auch einen Equalizer vorschalten... Der Hall klingt auch einigermaßen gut, naja, wie das halt in den 70ern so üblich war. Leider habe ich den Tremolo Effekt noch nicht zum Laufen gekriegt. Das werde ich aber schon noch irgendwann machen...
    Mit dem "Gitarre"-Kanal kann man wunderbare "röhrige Cleansounds" erzeugen, während der "Mikro"-Kanal ziemlich gut und dreckig zerrt ("AC/DC-Sound"). Als Bassverstärker ist das Teil übrigens auch geeignet. Vor allem mit meinem alten Höfner Bass (der in etwa das gleiche Baujahr haben dürfte) klingt das dann richtig nach 70er-Jahre-Bass.

    Keep on rockin!


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    Stand: 9. Februar 2005 www.forbi.net