Detlefs restaurierter Schaller KV 50

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Schaller_KV_50_1
von vorne
Schaller_KV_50_2
von hinten
Schaller_KV_50_3
von oben
Schaller_KV_50_4
von innen
Schaller_Detlef-Speaker1
Lautsprecher
Schaller_Detlef-Speaker2
Aufschrift

Wie ich zu meinem Schaller KV 50 kam und was dann geschah...

Es gab einmal eine Zeit, da war ich auf dem Sammlertrip und da mich der Inhaber einer Musikalienhandlung seit längerem als unerschrockenen Nostalgietechnikfan kennt, bot er mir eines Tages diese alte Combo aus den Sechzigern zum Kauf an. Zuletzt hatte sie ihre Dienste in einer Band namens "Intercity" getan, das war schon ganz schön lange her und der gleichlautende Schriftzug war auf der Frontbespannung mit Pattex deutlich lesbar angebracht. Obwohl ich von Haus aus E-Bassist bin, war ich doch Elektronik-Freak genug, um das günstige Angebot und die Herausforderung der Restaurierung dieses wirklich ganz besonderen E-Gitarren-Verstärkers anzunehmen. Besonders ist er schon einmal aufgrund seines bleiernen Gewichts und etwas ganz Besonderes ist auch die eingebaute, kompromißlose Technik, insbesondere der elektronische Echoteil mit der rotierenden Trommel.

So begannen dann die ersten Schritte erst einmal mit der Restaurierung des äußeren Erscheinungsbildes. Die ehemalige Schaller-Bespannung war wohl früh verschlissen gewesen und ein Bastler hatte zuvor eine Plastikbespannung ähnlich einer Wachstuchtischdecke aufgebracht, sie war aber leider aber viel zu weich und mit einer Art Kautschuk-Kleber schlecht befestigt, der überall verglitschte und abpopelte, ohne aber wirklich entfernbar zu sein. Diesem Speck war nur durch den Einsatz von harter Chemie beizukommen.

Von einem Sattler habe ich dann grob genarbtes, schwarzes Kunstleder bekommen und das Gehäuse damit neu bezogen. Auch die Schallwand habe ich erneuert, wobei die Speaker beibehalten und wieder eingebaut wurden. Ich kaufte teure, silbrig glänzende Bespannung wie für Fender-Amps und durch meinen Musikalienhändler ein "Schaller"- Logoschild. Im Anschluß an die Äußerlichkeiten wurden dann mühevoll Schaltpläne anhand der vorliegenden, analysierten Schaltungen gezeichnet, das Verstärkerchassis gesäubert und mit Felgengold in Farbe gebracht. Das eigentliche Herzstück der Combo, das Echoteil, ist mechanisch aufwendig ausgeführt und hat am meisten Arbeit gemacht, denn die rotierende Kopftrommel mit der magnetischen Schicht darf die Tonköpfe nicht ganz berühren, sonst wird sie im Nu abgeschliffen und es steht kein oder nur ein schwaches Signal als Echo zur Verfügung. Die Combo ist im Mischverstärkerteil zusätzlich mit einem Vibrato ausgestattet; leider ist die Original-Schaller-Schaltung aber von Natur aus nicht dazu angetan, vernünftig zu funktionieren, da es zu Kondensator-Umladungsvorgängen kommt, die zwangsläufig ein "Klopfen" hervorrufen.

Auch gab es bei meinen Instandsetzungsversuchen andere Probleme mit diesem Schaltungsteil, so daß der Verstärker leider nicht befriedigend vibrieren kann. Um aber die Schaltung authentisch zu halten, muß es nun so gehen; und außerdem: wer vibriert schon gern bei solch einem Körpergewicht? - Nachdem die Elektronik mit neuen Röhren (ein "Exote" gehört auch dazu) endlich befriedigend funktionierte, spendierte ich noch einen Doppel-Fußschalter für die beiden Effekte und erfreue mich seitdem an diesem schönen, warmklingenden Teil aus einer Zeit, wo noch Blech anstatt Plaste verwendet und auf solide Qualität geachtet wurde. Mit Sicherheit war dieser Amp damals ein echtes Flaggschiff und der teure Traum eines jeden "Shadows"-Gitarristen.

Gruß

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Stand: 9. Februar 2005 www.forbi.net